Das verkaufte Spiel

Werders Ex-Manager Willi Lemke war für viele Innovationen zuständig, eine Aktion von ihm ist trotz ihres Erfolges allerdings einmalig geblieben. Im März 1989 befürchtete er für das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim eine geringe Zuschauerzahl. Deshalb verkaufte er kurzerhand alle Tickets für das Spiel an die Autofirma Citroën. Das brachte Werder nicht nur 120.000 DM Einnahmen, sondern auch abends in die Tagesschau.  

Keine Freude beim DFB 

Statt 19.700 wie in der Vorsaison sahen 37.000 Zuschauer*innen den mühsamen 2:1-Sieg der Bremer. Ab 13 Uhr öffnete ein Bierzelt am Stadion, drinnen sorgte Blödelsänger Gottlieb Wendehals für Stimmung und am Abend wurde ein Feuerwerk in der Pauliner Marsch gezündet. Der DFB schrieb, Werder würde „mit derlei Praktiken die gesamte Preispolitik der Bundesliga“ unterlaufen. Das stachelte Lemke erst recht an. Im Weser-Kurier sagte er: „Ich hätte nichts dagegen, alle 17 Bundesliga-Heimspiele vorab an Firmen zu verkaufen.“  

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