Das Maskottchen und der Fleischergeselle

Glücksbringer „Pico“: Vier Beine, zwei Hörner, ein Titel 

In kaum einer anderen Sportart sind Rituale, Mythen und der Glaube an Glücksbringer so verbreitet wie im Fußball. Und als sich der eine oder andere 1964 verwundert fragte, wie der 1. FC Köln erster Meister der Bundesliga werden konnte, stand die Antwort nicht auf, sondern neben dem Rasen: Geißbock Hennes musste ein Glücksbringer sein.

Und so schaute man sich auch in Bremen nach einem passenden Maskottchen um: „Es muß ein pechschwarzer, gutgewachsener Heidschnuckenbock sein, ein typisches Wappentier unserer norddeutschen Heimat!“, so Fleischergeselle Heino Geffken aus Lilienthal, der Initiator der Suche. Am 24. September 1964, vor dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV, präsentierte er schließlich „Pico 1“ dem heimischen Publikum, stolz begleitet von einer Abordnung der Fleischereigesellenbruderschaft.

In Grün-Weißem Zwirn zum Erfolg

Sein Name war deutlich schneller gefunden als der Glücksbringer selbst, denn benannt wurde er nach Werders Mannschaftskapitän, Arnold Schütz – Spitzname Pico. Fehlte nur noch die passende Kleidung: eine weiße Decke mit grünen Kordeln und der Aufschrift „Pico“ auf der einen sowie einem Werder-W auf der anderen Seite.  Nicht nur sein Auftreten, sondern auch der damit einhergehende Erfolg machten „Pico“ nicht nur bei Heimspielen, sondern sogar bei dem einen oder anderen Auswärtsspiel äußerst beliebt. Am Ende der Saison konnte vielleicht nicht wegen, aber ganz sicher mit ihm die erste Meisterschaft in Bremen gefeiert werden. 

(Bild: IMAGO)

Das Maskottchen und der Fleischergeselle

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