Von ABTS bis Flutlichtpartner

In der Saison 2026/27 gehört noch ein Drittel aller Stadien der 1. Bundesliga ganz oder anteilig der jeweiligen Kommune - eines davon ist das Weserstadion. Seit 2001 befindet es sich im Besitz der Bremer Weser-Stadion GmbH, an der die Stadt Bremen und der SV Werder Bremen jeweils zu 50 Prozent beteiligt sind. Grundstück, Anlage und Betrieb des Stadions lagen in seiner Geschichte nicht immer in einer Hand.

Verstaatlichung durch die Nationalsozialisten

Das Grundstück in der Pauliner Marsch gehörte bereits bei der Erbauung des Stadions im Jahr 1926 der Stadt Bremen. Das Stadion selbst wurde 1926 vom Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein (ABTS) gebaut und als ABTS-Kampfbahn zunächst auch betrieben. Als sich trotz städtischer Bürgschaften und privater Unterstützung herausstellte, dass der Bauherr finanziell überfordert war, übernahm 1929 der eigens dafür gegründete Weser-Stadion e.V. die Anlage und den Betrieb. Hinter diesem Zusammenschluss standen Bremer Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Stadtgesellschaft, die das Stadion organisatorisch und finanziell sichern wollten. Sie gaben dem Stadion zum ersten Mal den jetzigen Namen.

Ab 1933 nutzten die neuen nationalsozialistischen Machthaber das Stadion zunehmend für ihre Zwecke und überführten es nach der erzwungenen Auflösung des Weser-Stadion e.V. Ende 1934 in staatliches Eigentum – von da an bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hieß das Stadion Bremer Kampfbahn. In der Nachkriegszeit wurde es unter dem Namen Ike Stadium von der US-Militärregierung verwaltet. Diese übergab die Anlage im April 1947 wieder an die Bremer Verwaltung, nachdem die Stadt ihre Eigenständigkeit zurückerlangt hatte. Ab diesem Zeitpunkt trug es erneut den Namen Weserstadion.

Die Bremer Weser-Stadion GmbH - geteilte Verantwortung

An der Grundstruktur änderte sich bis 2001 wenig. Allerdings gründete die Stadt 1990 mit der Bremer Sport- und Freizeit GmbH (BSF) eine zu 100 Prozent städtische Gesellschaft, die als Betreiberin des Weserstadions fungierte. Über diese Struktur wurden bis 2001 umfangreiche Modernisierungen umgesetzt - mit maßgeblicher finanzieller Beteiligung durch den SV Werder Bremen als Pächter.

Mit dem anstehenden Neubau der Nordtribüne entschieden sich beide Seiten schließlich zu einem historischen Schritt: Aus der BSF wurde 2002 die Bremer Weser-Stadion GmbH, an der die Stadt Bremen und Werder Bremen jeweils 50 Prozent der Anteile erhielten. Die Stadt übertrug der neuen Gesellschaft das Grundstück per Erbbaurecht für zunächst 30 Jahre, dieses Recht wurde inzwischen bis 2057 verlängert. Beide Partner gründeten zu diesem Zweck Beteiligungsgesellschaften – die Hanseatische Verwaltungs GmbH auf städtischer Seite sowie die Werder Bremen Beteiligungs- GmbH auf Vereinsseite. Diese Struktur ermöglichte eine stärkere wirtschaftliche Beteiligung des SV Werder Bremen sowie eine effizientere Betreibung und Vermarktung des Stadions, ohne dass die Stadt ihren Einfluss auf die Nutzung verlor. Den Vorsitz des paritätisch besetzten Aufsichtsrats übernahm der Vertreter des Wirtschaftssenators, in dessen Zuständigkeit das Stadion vom Sportsenator überging.

Vier Masten, vier Partner

Im Jahr 2007 entschied sich die Bremer Weser-Stadion GmbH, die Namensrechte an die EWE AG zu vergeben, ohne dass der Stadionname geändert wurde. 2019 übernahm der Immobilienkonzern Wohninvest die Namensrechte, sodass die Spielstätte bis zur Insolvenz des Unternehmens 2024 offiziell wohninvest Weserstadion hieß.

Seit 2025 fungiert ein Bündnis aus vier Unternehmen als Flutlichtpartner des Stadions. Dazu zählen Hauptsponsor MATTHÄI,  HARALD PIHL, WIESENHOF und GOLDSCHMAUS. Diese Partnerschaft ermöglicht es, dass das Stadion weiterhin den traditionellen Namen Weserstadion trägt.

Alle Stadionnamen von 1926 bis heute

1926-1929: ABTS-Kampfbahn
1929-1934: Weser-Stadion
1934-1945: Bremer Kampfbahn
1945-1947: Ike Stadium
1947- 2007: Weser-Stadion
2007- 2024: wohninvest Weserstadion
Seit 2024: Weserstadion

Von ABTS bis Flutlichtpartner

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