Die ABTS Kampfbahn
Die ersten zweieinhalb Jahre trug das neue Stadion den Namen ABTS-Kampfbahn, benannt nach seinem Erbauer und ersten Betreiber, dem Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein (ABTS).
Kein Nazi-Begriff
Der Begriff „Kampfbahn“ hatte – anders als häufig angenommen – keinen militaristischen oder gar nationalsozialistischen Hintergrund. Er entsprach vielmehr dem Sprachgebrauch der Weimarer Republik. Noch heute findet sich die Bezeichnung in Stadionnamen wie der Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen oder der Adolf-Jäger-Kampfbahn in Hamburg-Altona.
Alles in einem
Wie bereits 1924 im Abtretungsvertrag des Grundstücks mit dem Senat festgelegt, sollten sämtliche Anlagen der ABTS-Kampfbahn „der gesamten Öffentlichkeit, also auch anderen Vereinen, den Schulen, der Polizei usw. zur Verfügung gestellt werden“. Die Kampfbahn entwickelte sich damit zu einer echten Mehrzweckarena.
Hier fanden Spiele der Norddeutschen Fußballmeisterschaft ebenso statt wie Sportfeste des Volksbundes für Arbeitersport und Jugendpflege, Schach-Massenkämpfe, Radrennen der Deutschen Radfahr-Union und Fußball-Länderspiele des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB) gegen Belgien und England. Hinzu kamen die Bremer Volkssportwoche sowie ein Massenkonzert mit turnsportlichen Darbietungen und spektakulärem Feuerwerk.
Und nicht nur Sportler wurden hier gefeiert: 1928 bereitete Bremen den Piloten, die erstmals den Atlantik von Ost nach West überflogen hatten, einen triumphalen Empfang.
Erstmals Weser-Stadion
Schon bald zeigte sich jedoch, dass sich der ABTS mit Bau und Betrieb der Anlage wirtschaftlich übernommen hatte. Mehrfach versuchte der Verein, das Stadion in andere Hände zu geben. 1929 übernahm schließlich der Verein Weser-Stadion e.V. die Anlage, die damit den Namen Weser-Stadion erhielt.
Im Frühjahr 1930 bekam schließlich auch der damals noch im Stadtteil Huckelriede auf der anderen Weserseite beheimatete SV Werder erstmals die Möglichkeit, das Stadion an festgelegten Tagen zu nutzen – ein Ereignis, dessen wahre Bedeutung sich erst später zeigen sollte.