Gedruckte Spiele -
die Stadionzeitung
Das „Werder-Echo“ gehörte von 1965 bis 1995 zu den traditionsreichsten deutschen Stadionzeitungen. Drei Jahrzehnte lang begleitete es die Geschichte von Werder Bremen – von der ersten Meisterschaft bis zum Ende der großen Rehhagel-Zeit.
Zwei Meisterspieler als Herausgeber
Themen und Aufmachung veränderten sich im Lauf der Jahre, eines aber blieb unverändert: Das „Werder-Echo“ erschien zuverlässig zu jedem Heimspiel. Ab 1972 liefen alle Fäden bei zwei Spielern der Meistermannschaft von 1965 zusammen: in der Werbeagentur des ehemaligen Werder-Spielers Klaus Matischak und deren Geschäftsführer Gerhard Zebrowski. Die Umstellung auf ein aufwendigeres und journalistisch anspruchsvolleres Magazin mit Rehhagel-Kolume auf Seite 4 erfolgte Ende 1985 mit Nr. 393 zum Spiel gegen Schalke 04. Zebrowski blieb bis zur Einstellung des „Werder-Echos“ 1995 am Ball, seit Matischaks Umzug nach New York 1981 als alleiniger Chef.
Dabei musste er sich auch schon einmal einen Wutanfall von Otto Rehhagel gefallen lassen. Weil das „Werder-Echo“ einen hohen Rückspielsieg im Europapokal gegen den norwegischen Vertreter Mjöndalen IF prophezeit hatte, mussten Zebrowski ihm danach alle Artikel vor dem Druck vorlegen.
Wie Günter Netzer abblitze
Fast wäre statt der Alt-Werderaner ein Weltstar Herausgeber des „Werder-Echos“ geworden. Als Werder 1971 seine „Millionen-Elf“ zusammenstellte, stand auch Günter Netzer auf der Einkaufsliste. Der Spielmacher von Borussia Mönchengladbach gehörte nur deshalb nicht zum Kreis der hoch bezahlten Neuzugänge, weil Werder ihm nicht zusagen wollte, dass er – wie in Mönchengladbach – im Nebenjob die Stadionzeitung betreiben durfte.
Mit Heft-Nummer 592 war im Juni 1995 Schluss. Das Titelbild zierte noch einmal Otto Rehhagel, der sich gleichzeitig Richtung München verabschiedete. Die Vereinspublikationen wurden im „Werder-Magazin“ zusammengelegt, das bis zur Saison 2013/2014 ebenfalls zu den Heimspielen erschien, seitdem drei- bis fünfmal im Jahr. Noch heute sind zahlreiche Ausgaben des „Werder-Echos“ begehrte Sammlerstücke, die für gutes Geld angeboten werden.