Stars and Stripes
Das IKE Stadium -
zwei Jahre „Football Field“
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bremen zu einer amerikanischen Enklave inmitten der britischen Besatzungszone. Das Stadiongelände an der Weser ging in die Hände der US-Armee über und erhielt den Namen IKE Stadium beziehungsweise IKE-Stadion. Der Name verweist auf den Spitznamen des amerikanischen Oberbefehlshabers und späteren US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der in den amerikanischen Streitkräften allgemein „Ike“ genannt wurde.
Schnelle Öffnung für Bremer Sport
Zunächst diente das Stadion ausschließlich den amerikanischen Soldaten. Auf dem als „Football Field“ gekreideten Rasen wurden American Football und Baseball gespielt. Doch schon wenige Monate nach Kriegsende öffnete sich das Gelände auch wieder für die Bremer Bevölkerung. Am 21. Oktober 1945 verfolgten rund 15.000 Zuschauer die Fußballbegegnung einer Bremer Städteauswahl gegen die schottische Militärmannschaft „Scottish Horse“. Nach und nach erreichten die Bremer Sportfunktionäre, dass auch Spiele der im Januar 1946 begonnenen Bremer Stadtmeisterschaft im IKE Stadium ausgetragen werden durften. Dazu gehörte das entscheidende Spiel zwischen Werder und dem Bremer SV am 22. September 1946, das Werder mit 2:1 gewann.
Zuschauermagneten: Niedersachsenliga und Leichtathletinnen
Mit der anschließenden Saison der neu geschaffenen Niedersachsenliga, der sich Bremen anschloss, entwickelte sich das IKE-Stadion erneut zu einem Zuschauermagneten. Nicht nur der Fußball lockte die Menschen an die Weser: Große Aufmerksamkeit erhielten auch die erfolgreichen Werder-Leichtathletinnen, darunter Marga Petersen, die in den Halbzeitpausen Läufe absolvierte.
Genau zwei Jahre nach Kriegsende, am 8. Mai 1947, übergab die amerikanische Militärregierung das Stadion im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung an die Bremer Verwaltung zurück. Als Werder nur drei Tage später den VfL Osnabrück mit 4:3 besiegte und Meister der Staffel Nord der Oberliga Niedersachsen wurde, trug die Spielstätte bereits wieder ihren alten Namen: Weserstadion. Nur wenig später konnte nach einem 3:0 im Rückspiel gegen den Staffelmeister Süd Eintracht Braunschweig der erste überregionale Titel nach dem Zweiten Weltkrieg im Weserstadion gefeiert werden.