Die größte Bühne der Stadt
28 Stadionkonzerte, die größten Stars der Welt und hunderttausende begeisterte Fans: Fast 20 Jahre lang war das Weserstadion nicht nur Fußballarena, sondern auch eine der großen Konzertbühnen Norddeutschlands.
Der Boss macht den Anfang
Er wollte offenbar gar nicht mehr weg: Dreieinhalb Stunden lang rockte Bruce Springsteen mit seiner E Street Band am 30. Juli 1988 vor der Ostkurve das Weserstadion. 40.000 Menschen waren dabei. Dazu kamen ungezählte Fans auf den umliegenden Grünflächen und in den Häusern rund um das Stadion.
Bremen war angekommen auf der großen Konzertbühne. In den folgenden Jahren machte kaum ein Superstar einen Bogen um das Weserstadion. Insgesamt 28-mal verwandelte sich das Weserstadion in eine riesige Open-Air-Bühne.
Die Rolling Stones, die Bee Gees und Elton John kamen an die Weser, ebenso Michael Jackson und Tina Turner, die sich wie Springsteen sogar ein zweites Mal die Ehre gaben. Den Rekord hält Bon Jovi: Gleich drei Mal gastierte die US-Rockband im Weserstadion.
Auch Dancefloor und Opernbühne
Die musikalische Bandbreite war enorm. Metallica und Guns N’ Roses sorgten für die härteren Töne, während Dire Straits, Bryan Adams, Lionel Richie und die Kelly Family es softer angehen ließen. Auch die deutsche Rockszene war mit Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer prominent vertreten.
Mit dem Auftritt von Montserrat Caballé kamen sogar Opernfreunde auf ihre Kosten. Einmal gehörte das Stadion ganz der Techno-Szene: Die Vision Parade feierte ihr Abschlussevent im Weserstadion. Die Fußballarena wurde zum Dancefloor.
Nur einer blieb draußen: Sting. Sein für 1991 geplantes Konzert im Weserstadion wurde in die Oldenburger Weser-Ems-Halle verlegt. Sein Management sprach von „technischen Problemen“. Aus anderen Kreisen war zu hören: „Zu wenig Karten verkauft.“
Abschluss mit Grönemeyer
Mit dem zweiten Gastspiel von Herbert Grönemeyer endete 2007 die große Ära der Stadionkonzerte in Bremen.
Der Grund war vor allem der Umbau des Weserstadions zur reinen Fußballarena. Die ohnehin im Vergleich zu Hannover und Hamburg geringere Kapazität wurde noch einmal reduziert. Gleichzeitig bekam das Stadion einen neuen Hybridrasen, der zehntausende Konzertbesucher und eine tonnenschwere Bühnenproduktion nicht mehr zuließ.
Immer wieder gibt es Überlegungen, das Weserstadion erneut für große Konzerte zu öffnen. Bislang standen dem vor allem die Kosten für den notwendigen Rasentausch und die vergleichsweise geringe Kapazität entgegen.